Sunday, August 21, 2016

Gender Inclusivity In Special Libraries

Recording of a webinar entitled "Gender Inclusivity in Special Libraries" presented by Travis Wagner, a PhD student in Library and Information Science at the University of South Carolina, sponsored by the South Carolina chapter of the Special Libraries Association (SLA)

Wieder nicht gelesen?

In der Zeitschrift "Cultural Anthropology" ist der interessante Artikel "Why Don't Students Read?" von Angela Jenks erschienen. Wie geht man damit um, wenn Studierende nie die vorgegebene Literatur, die im Präsenzunterricht diskutiert werden sollte, gelesen haben? Viele der genannten Ursachen kenne ich selber - als Studentin sowieso, aber auch als Vortragende an einer Fachhochschule, wo meine KollegInnen mich bei einem Vernetzungstreffen ganz überrascht angeschaut haben, als ich vorgeschlagen habe, unsere Abgabetermine untereinander abzusprechen, damit die berufsbegleitend Studierenden nicht am selben Tag drei Aufgaben abgeben und einem Onlinevortrag lauschen müssen...

Frederick Wallace Kent: Student reading in dorm room at International Center, the University of Iowa, November 1952 (Iowa Digital Library, Flickr, CC-BY-NC)

Ein Absatz gefällt mir aber ganz und gar nicht:

Academic journal articles and monographs are not the only sources of anthropological insights and, frankly, they are not always well written. Can your goals be achieved by assigning news stories, op-ed pieces, memoirs, fiction, or poetry? What about multimedia resources (podcasts, videos, Storify stories, etc.)?

Es spricht sicher einiges dafür, AUCH solche Quellen einzubeziehen - auch um zu zeigen, welche Rolle die Kultur- und Sozialanthropologie (oder jede andere Wissenschaft) im Alltag spielt. Aber ausschließlich, um die Studierenden nicht zu überfordern? Holt sie das nicht spätestens bei der Abschlussarbeit ein oder akzeptieren wir dann wieder eine Arbeit, die nur auf Zeitungsartikeln beruht? Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Literatur erst postgradual? - Was meint Ihr dazu?

Friday, August 19, 2016

Ein kleiner Schritt für mich...

Friday, August 12, 2016

The omnivore's dilemma. Eine Rezension

Ich habe gerade eine Rezension aus dem Jahr 2011 wiedergefunden und stelle sie hier ins Blog - das Buch ist auch fünf Jahre später immer noch lesenswert :-)

"The omnivore's dilemma" (Das Allesfresser-Dilemma) von Michael Pollan ist sicher eines der augenöffnendsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe, und das, obwohl er etwas ganz Einfaches beschreibt, nämlich vier Mahlzeiten. Aber er lässt es sich nicht einfach schmecken, sondern macht sich auf, herauszufinden, wo das Essen auf seinem Teller eigentlich herkommt. Die erste Mahlzeit ist ein industriell gefertigtes Fast-Food-Menü. Die Lebensmittel für Essen Nummer 2 und 3 stammen aus biologischer Landwirtschaft – einmal aus dem Biosupermarkt und einmal direkt von kleineren Bauernhöfen. Für Mahlzeit Nummer 4 verwendet Pollan nur Zutaten, die er höchstpersönlich erlegt, gesammelt oder angebaut hat.

Beeindruckend plastisch und lebendig wird der Zusammenhang gezeigt von Agrarpolitik, industrieller Tierhaltung, industriellen "Lebens"-Mitteln, Bodenausbeutung und dem Erdöl, das wir alle – indirekt und zum Großteil wohl unbewusst – für unsere tägliche Nahrung verbrauchen. Pollan gelingt es dabei, die Leserinnen und Leser auf seine Erkenntnisreise mitzunehmen, ohne sie dabei mit dem erhobenen Zeigefinger zu belehren. Und – es ist nicht zuletzt einfach spannend geschrieben.

Ein Satz, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist: "'You are what you eat' is a truism hard to argue with, and yet it is, as a visit to a feedlot suggests, incomplete, for you are also what what you eat eats, too" – "Die Binsenweisheit 'Du bist, was Du isst' trifft es nicht ganz, denn Du bist auch, was das, was Du isst, isst" (S. 86).

Michael Pollan: The omnivore's dilemma. A natural history of four meals. Penguin 2007 (in deutscher Übersetzung unter dem Titel "Das Omnivoren-Dilemma. Wie sich die Industrie der Lebensmittel bemächtigte und warum Essen so kompliziert wurde", Goldmann 2011)

Thursday, August 04, 2016

Sitzverbot für Juden in der Bibliothek

Die Millionen Toten des Holocaust übersteigen mein geistiges Fassungsvermögen, das kann ich mir gar nicht wirklich vorstellen. Die Schikanen, Grauslichkeiten und Unmenschlichkeit im Alltag, wie in dem folgenden Beispiel aus Berlin dargestellt, schon eher.

Eine Zeitlang durfte er [der Theaterwissenschaftler Max Herrmann, Anm.] noch die Universitätsbibliothek nutzen, dann nur die Staatsbibliothek [...] Von ihr [seiner Schülerin und Assistentin Ruth Mövius, Anm.] wissen wir, daß Max Herrmann den Lesesaal nicht mehr betreten durfte, aber "- eine Sondervergünstigung - noch Bücher ausleihen". [...] Max Herrmann durfte, nachdem ihm auch das Mitnehmen von Büchern verboten worden war, in der Ausleihe einige Bücher einsehen. Am Stehpult. Ruth Mövius, oft an seiner Seite, hat den Weg des mittlerweile halbblinden Gelehrten in die Staatsbibliothek beschrieben, den Fußweg, denn er durfte als Jude keine Verkehrsmittel benutzen. Er ging von der Eislebener Straße 9, wo die Familie zuletzt wohnte, nicht abkürzend durch den Tiergarten, denn Juden durften keine Grünanlagen betreten, sondern auf Umwegen nach Unter den Linden. Ausruhen kam nicht in Frage, weil Träger des gelben Sterns sich nicht auf eine Bank setzen durften. "Und so kam er", berichtet Ruth Mövius, "nach mehr als zweistündigem Weg völlig erschöpft in der Ausleihe an. Ich sehe ihn noch, tief aufatmend, in eines der Ledersofas sinken - wenige Sekunden später kam ein Beamter der Ausleihe auf ihn zu und erklärte dem Fünfundsiebzigjährigen, er möchte aufstehen, als Jude habe er nicht das Recht, irgendwo im Haus der Staatsbibliothek zu sitzen".

Zitat aus: Heinz Knobloch: Der Max-Herrmann-Preis - Erinnerung an einen großen Gelehrten. In: "Biete Weisheit, suche Freunde!" Die Neugründung des Vereins der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin. Berlin 1999 (Veröffentlichungen der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin, 1), S. 22-23


OTFW: Stolperstein Augsburger Str 42 (Charl) Max Herrmann.jpg, Wikimedia, CC-BY-SA 3.0

Der Bibliothekar als Spion

Otmar Lahodynsky berichtet im neuen "profil" unter dem Titel "Aufgedeckt: Der Spion in der SPÖ-Zentrale" von einem Mann, der in der SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße arbeitete - neben seiner eigentlichen Tätigkeit als Bibliothekar fungierte er bis 1988 als Spion für die Geheimdienste Ungarns und der Tschechoslowakei. Der ungarische Historiker Lajos Gecsényi hatte das bei seiner Arbeit im Historischen Archiv des ungarischen Nachrichtendienstes aufgedeckt.

Besonders interessant fand ich, wie ihn seine Kollegen und Vorgesetzten beschrieben, nämlich ein bissi als wandelndes bibliothekarisches Klischee:

  • "fiel nur durch Freundlichkeit auf"
  • "unauffälliger Mensch, der immer freundlich grüßte"
  • "sehr belesen und ein wandelndes Lexikon"
  • "[hauste] alleine in einer mit Büchern zugeräumten Gemeindewohnung"
  • "sein ganzes Interesse galt seinen Büchern und leider auch dem Alkohol".
  • "unauffälliger Lebenswandel"

Tuesday, August 02, 2016

Postgraduales Studium Medizinisches Bibliothekswesen sinnvoll?

rosefirerising: medical library, Flickr, 2009, CC-BY-NC-ND
Gerhard Bissels in Inetbib:

// Medical librarians have developed a large and complex repertoire of methods in the context of EBM. While some large medical libraries provide extensive training and mentoring for newcomers to the profession, other colleagues find it hard to acquire the specialist knowledge they need for their job. So, is there a need for a postgrad programme in 'Medical Librarianship'? If so, what should that include? And how could it be delivered - by distance learning? Or with some residential modules? The Bern conference will have presentations around this issue, then enter into a panel discussion which will also allow the audience to voice their thoughts and ideas. We’ll follow up with an on-line survey, and a themed issue of the Journal of EAHIL in December.

Other topics of the conference include the Swiss national license to the Cochrane Library, systematic searching, and new developments in Open Science. There is also a small exhibition with stalls of the major publishers.

The conference takes place at Bern university on Sep. 9th. For details and to register, please see http://www.samw.ch/de/Aktuell/Agenda.html?p=00. There is no registration fee; coffee/tea and lunch are provided. //

everyone's day has 24 hours

In my life:

Me: I have so much to get done - I need to write a paper and a review, finally decide on the archives' tectonics, clean up the house, weed the garden, make chutney out of the tomatoes - but no time to do it.

Friend: You played FarmVille two hours today, read the newspaper, and watched TV.

Me: Not a second to spare.

Thursday, July 28, 2016

Miss Book World

Friday, July 22, 2016

30 Jahre "Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters"

Von 7. bis 9. September findet an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München die Tagung "Bilderwelten erschließen. 30 Jahre 'Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters'" statt.

//zitat// Seit 30 Jahren beschäftigt sich der "Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters" (KdiH) mit der wissenschaftlichen Erschließung von Text-Bild-Zusammenhängen. 1986 erschien die erste Lieferung des KdiH. Für alle Teilnehmenden an der Tagung ist auch ein Besuch der zeitgleich stattfindenden Ausstellung der Bayerischen Staatsbibliothek "Bilderwelten – Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit" geplant.

Walters Art Museum: Illuminated Manuscript, Bible (part), St. Jerome in his study, Walters Manuscript W.805, fol. 1r detail. Flickr, public domain

Literarische Stoffe (im Französischen: matières) können im Mittelalter nicht nur durch ihre Verarbeitung im Text, sondern auch durch ihre Illustration und Übertragung in die Volkssprache neu interpretiert und aufgefasst werden. Bei der Deutung von Texttraditionen spiegeln sich unter anderem aktuelles Wissen, moralische Auslegungen, neueste Reflexionen oder sogar Umdeutungen wider. Dieser Text- und Bilderschließung von literarischen Traditionen im deutschsprachigen Raum sollen sich Vortragende bei der Jubiläumstagung des KdiH widmen. Dabei können langfristig wirkende, ikonographische und literarische Traditionen oder kurzfristig auftauchende Einzelphänomene oder Experimente Gegenstand sein. Die Übertragung von Bildern und deutschsprachigen Texten in den frühen Buchdruck kann ebenso betrachtet werden wie mittelalterliche Text-Bild-Kombinationen, die über das Medium der Handschrift hinaus auf andere Objekte oder Medien verweisen (Kleinplastiken, Kleidung, Wandmalerei, Einblattholzschnitte etc.). Ausgangspunkt der Überlegungen soll jedoch der in Handschriften überlieferte Text – von Gebrauchsliteratur über literarische Stoffe bis zu sakralen Texten – mit seinen möglichen Visualisierungs- und Erschließungsstrategien im deutschsprachigen Kontext bleiben. //zitatende//

Tagungsprogramm (PDF)

Hinweis aus h-germanistik.

Friday, July 15, 2016

Alles eine Frage des Maßstabs

Thursday, July 14, 2016

Ausstauben von Tüchern aus dem Fenster. Polizeiberichte im 19. Jahrhundert

Nationalität, Muttersprache, Sprachkenntnisse
der Polizeibeamten (1879)
Die Wienbibliothek im Rathaus legt bei der Digitalen Bibliothek einen Schwerpunkt auf Verwaltungsliteratur. So können z.B. das "Handbuch der Stadt Wien" und der "Wiener Kommunal-Kalender und städtisches Jahrbuch" online nachgelesen werden. Im Herbst wird das Amtsblatt online gehen. "Verwaltungsliteratur" klingt zunächst vielleicht nicht so prickelnd. Aber alleine über die Freuden des Amtsblatts, das ich gerade mit einer Kollegin bearbeite, könnte ich stundenlang schreiben - und tue es auch immer wieder auf unserer Facebookseite.

Heute hab ich noch etwas Interessantes entdeckt. Ich habe zum ersten Mal in "Die Polizeiverwaltung Wiens im Jahre..." reingeschaut. Dieser Bericht wurde vom Präsidium der K.K. Polizei-Direction zusammengestellt und erschien von 1876 - 1892. Darin wird beispielsweise über die Anzahl von inspectionirenden Organen bei Circusvorführungen, Bicycle-Preisrennen, Productionen durch Gymnastiker, Tanzkränzchen, Mastviehausstellungen, Affentheater und anderen oeffentlichen Belustigungen berichtet.

Nichtsperrung des Hausthores

Man kann aber auch nachlesen, wie oft strafbare Handlungen wie unanständiges Benehmen im Amte, Theater- oder Circusbilleten-Agiotage, Betteln mit verstellten körperlichen Gebrechen, zu frühes Oeffnen der Kaffee- und Branntweinschenken, Curpfuscherei, Baden an verbotenem Orte, Nichtsperrung des Hausthores, Einmengung in den Vollzug öffentlicher Dienste, Ausstauben von Tüchern und dergleichen aus dem Fenster, Nichtfolgeleistung den behördlichen Anordnungen bei einem Auflaufe, Beleidigung der Mitglieder des kaiserlichen Hauses, unbefugtes Halten einer Winkelpresse oder Thierquälerei vorkamen. Wie oft gegen "arbeitsscheue Individuen" amtsgehandelt wurde, wie oft Menschen wegen Bettelns "der häuslichen Züchtigung" und Obdachlose "dem Gericht als Vagabunden übergeben" wurden. Inkludiert ist eine Aufstellung über "persönliche Verhältnisse und Provenienz der Arretirten".

Es sprechen Englisch: 2

Interessant finde ich auch die statistischen Daten zu den Polizei- und Verwaltungsbeamten. Da stoße ich zum Beispiel auf Bezeichnungen wie "Hilfsämterdirections-Adjuncten" oder "Diurnisten". Bei den Fremdsprachenkenntnissen (Bild) fällt auf, dass praktisch niemand Englisch konnte.

Griechisch essen

Friday, July 01, 2016

Helikoptervater oder Bibliothekar? ;-)